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K.R.Ä.T.Z.Ä. bei NATRAS in Estelí

Während unseres Aufenthaltes in Esteli, einer verträumt in den Bergen liegenden Stadt nördlich von Managua, konnten wir, acht Mitstreiter von KRÄTZÄ, viel über die Arbeit der NATRAS in dieser Region erfahren. Dort trafen wir uns wie in Somoto mit dem Projekt der nicaraguanischen Organisation INPRHU, deren Projekte aber an jedem Ort eigenständig arbeiten. Wir begleiteten die Projektarbeit mit großem Interesse und konnten so unseren Blick auf die Probleme und Erfolge der Kinderrechtsarbeit in Nicaragua erweitern. Besonders beeindruckend war die Zahl von 250 organisierten arbeitenden Kindern und Jugendlichen und die zahlreichen Angebote im Bildungs- und Gesundheitsbereich, die durch einen Solidaritätsfond finanziert werden. Im Projekthaus finden die Kinder und Jugendlichen jederzeit einen Ansprechpartner, der sich mit ihren Problemen auseinandersetzt. Durch unsere Unterbringung in Familien entstand schnell ein engerer Kontakt und wir erfuhren viel über das Leben der Menschen dieser Stadt.

Ein bedeutendes Projekt der NATRAS, das wir in der ersten Woche kennenlernten, ist das leider auf wackligen Beinen stehende ECO-NATRA, einer Baumschule, in der auf einem noch von der Stadt zur Verfügung gestellten Stück Land, den Kindern eine Alternative zur Arbeit auf der Straße und ein festes Einkommen geboten wird. Allerdings, wer dort arbeiten will, muß sich verpflichten, die Schule zu besuchen. Ein anderes Projekt war das Kinderrechtsradio Los Cumiches in Estelí, wo sich Jugendliche auf einer eigenen Frequenz zu kinderrechtlichen Themen äußern.

Neben dem Interesse am Besuch anderer Projekte, hatten wir auch ein eigenes mit den NATRAS vorbereitet. Wir verfaßten gemeinsam eine zweisprachige Zeitschrift, die als Beilage zu der Projektzeitschrift der NATRAS (NATRAS EN ACCION) und dem Regenbogen von K.R.Ä.T.Z.Ä. gedruckt wurde. Das Spektrum der Themen reichte von unseren politischen Forderungen über persönliche Eindrücke und Erfahrungen bis hin zur Darstellung gemeinsamer Aktionen. Zu diesen gehörte unter anderem ein von den NATRAS vorbereitetes Taller in Estelli, wo wir uns mit den NATRAS und Kindern aus Honduras über jugendliche Identität und Organisation austauschten. Denn nicht nur in Nicaragua und Deutschland haben sich Kinder und Jugendliche zusammengefunden, um für ihre Interessen zu kämpfen, sondern auch in anderen lateinamerikanischen Ländern. Die zum Teil bestehenden Sprachbarrieren wurden mit allen erdenklichen und amüsanten Mitteln überbrückt. Zum Beispiel in Form von Theater, Pantomime und Tanz war es möglich, mit Spiel und Spaß einen Informationsaustausch zu ernsten Themen zu realisieren.

Ein weiteres gemeinsames Projekt war die Gestaltung eines Wandbildes in der Casita, dem Projekthaus der NATRAS. In einer wunderbaren Atmosphäre malten wir zusammen einen gemeinsamen Demonstrationszug von NATRAS und K.R.Ä.T.Z.Ä., der sich über eine Brücke bewegt, die die Verbindung zwischen Nicaragua und Deutschland darstellt. Die Häuser entlang der Straße symbolisieren diese Orte - links die typischen Hütten und rechts die Hochhäuser. Der Bildmittelpunkt sind wir mit unseren Forderungen. Ein großes Transparent hat die Aufschrift: "Wir fordern, daß alle die gleichen Rechte haben", und auf vielen kleinen Tafeln sind sie zu lesen: Recht auf Bildung, Recht auf Gesundheit, Recht auf Arbeit, Wahlrecht.........!

Es ließe sich noch so viel sagen über unsere Erlebnisse in Esteli - über das Quellgebiet des Rio Esteli, den Cascada (Wasserfall), den Fiestas und den Camionetta-Fahrten hinein in den Sonnenuntergang. Es ist schwer, die Empfindungen in Worte zu fassen und zu einfach, die Erlebnisse nur chronologisch aneinanderzureihen.