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Wes Brot ich freß - des Lied ich sing

Wer bezahlt 20 Deutschen 4 Wochen Nicaragua?

Wie teuer war’s denn? Und: Wo habt Ihr denn das Geld her? - Das sind Fragen, die wir ganz oft beantworten mußten. Kurz und knapp: Das ganze Unternehmen hat - ohne Taschengeld - etwa 52.000 DM gekostet. Hinzu kommen noch rund 5.000 DM für die Dokumentation, z.T. für die Broschüre. Unsere Gruppe hat 18.000 DM selbst eingezahlt (mit leichter sozialer Abstufung), 14.000 DM kamen von der Bundesregierung "für internationale Jugendbegegnungen". Jeweils 10.000 DM stifteten das Deutsche Kinderhilfswerk und die Stiftung Nord-Süd-Brücken. Vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband erhielten wir 5.000 DM. Insgesamt lag unser Konzept - auch für die Vorbereitung der Reise - zehn potentiellen Geldgebern in Form von ausführlichen Anträgen vor. Die konkrete Planung hatten wir im Oktober 1995 begonnen, also 8 Monate vor Reisebeginn. Das war knapp, denn immer wieder gab es Rückfragen zu den Anträgen.

Zu unserer Freude fanden unsere speziellen kinderrechtlichen Fragestellungen genug Anklang. Um die Frage in der Überschrift zu beantworten: Niemand drängte uns zu irgendwelchen inhaltlichen Abstrichen am Konzept - wobei wir uns darüber nicht gewundert hätten. Schließlich ist das Infragestellen vom Kinderarbeitsverbot fast tabu.

Vorteilhaft wirkte sich auch aus, daß unser Eigenanteil über 30% betrug. Es scheint heutzutage auch selten und deshalb angesehen zu sein, eine Mischfinanzierung aus staatlichen und anderen Geldern zustande zu bekommen.

Der größte Teil des Geldes wurde für den Flug verbraucht: 32.500.-DM. Für die Vorbereitung (es gab drei Klausur-Wochenenden, eine Ausstellung über uns selbst zum Mitnehmen und Spanisch-Unterricht) haben wir 7.700 DM ausgegeben. Unterbringung, Verpflegung und Transporte in Nicaragua sind im Vergleich zu unseren Preisen sehr billig - trotzdem hat es für alle zusammen 4.100 DM gekostet. Der Anteil für Projekt-Sachmittel belief sich auf 3.500 DM. Für die Durchführung des von uns mitorganisierten Kinderrechte-Workshops waren 1.300 DM nötig - davon sind auch die Übernachtung und das Essen von allen 60 Teilnehmern mitbezahlt worden. Die Kosten für unsere Teilnahme am IV. Regionalen Treffen der Arbeitenden Kinder Zentralamerikas, Mexicos und der Karibik betrugen etwa 1.000.-DM.

Die ganze Finanzplanung, die mehrfach überarbeitet werden mußte, und vor allem die Abrechnung sind eine komplizierte Arbeit, denn wir müssen DM, US-$, Córdoba und einige spanische Peseta (zu mehreren verschiedenen Kursen) abrechnen. Außerdem war es nötig, uns privat Geld zu leihen, weil die Banken in Nicaragua teilweise einfach kein Geld hatten. Da wir in drei verschiedenen Städten waren, gab es neben den zentralen gemeinsamen Ausgaben drei Handkassen. In einigen Fällen war es nicht möglich, Quittungen zu erhalten. Das Taschengeld mußte auch verwaltet werden. Mehrere Leute kamen in ärztliche Behandlung und eine Kamera wurde gestohlen - hierfür sind Verhandlungen mit der Versicherung erforderlich. Ganz zum Schluß müssen wir die vielen verschiedenen Ausgaben bei den vier verschiedenen Geldgebern (s. oben) nach deren unterschiedlichen Maßstäben abrechnen. Alles muß genau stimmen - also üben wir uns auch gleich noch im Buchhalten.

Es gibt noch eine ganz andere Frage: Was ist diese Reise wert? Ein Beispiel:

58.000 DM reichen (gegenwärtig) als Gehalt für einen Lehrer

Mike Weimann