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Vorwort

Vier Wochen im Juli 1996 wollten wir KinderRÄchTsZÄnker- kurz: K.R.Ä.T.Z.Ä.-, siebzehn 11- bis 17jährige Berliner Jugendliche und drei erwachsene Begleiter, erfahren, wie arbeitende Kinder und Jugendliche- kurz: NATRAS- in dem 11.000 Kilometer entfernten Nicaragua leben. Wir Mittelstandskinder wollten uns treffen mit Menschen, die sich täglich neu um ihr Überleben kümmern müssen.

Es war für uns interessant zu erfahren, daß sich in Nicaragua seit 1992 eine Kinderbewegung organisiert, weil wir eine Kinderrechtsgruppe sind, die sich für Gleichberechtigung zwischen den Generationen engagiert.

Wir waren neugierig und wollten unsere Standpunkte mit denen der NATRAS vergleichen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten. Ein inhaltliches Interesse galt dem Tabu-Thema Kinderarbeit (auch hier in Deutschland). Die Debattentexte hinterfragen Gewißheiten vieler engagierter Zeitgenossen: Kinderarbeit ächten oder achten? Oder: Was kann Geld bewirken und wie kann es sinnvoll eingesetzt werden?...

Auf unseren gemeinsamen Veranstaltungen zu Kinderrechten, Jugendidentität und Organisation ging es insgesamt darum, wie unsere rechtliche Situation verbessert werden kann. Die NATRAS kämpfen gegen Ausbeutung, Gewalt und sexuellen Mißbrauch. Die KinderRÄchTsZÄnker wollen die Gleichberechtigung der Generationen.

Unsere große Gruppe hat sich in Nicaragua auf die drei Orte Somoto, Estelí und Managua aufgeteilt und dort jeweils den Großteil der insgesamt vier Wochen verbracht. Wir besuchten Schulen, Projekte anderer Organisationen, die mit jungen Menschen arbeiten und bekamen Einblicke in die Lebenswelten nicarguanischer Kinder.

Gemeinsam mit den NATRAS und Mitarbeitern der Projekte, in denen diese vorort organisiert sind, haben wir an bereits lange vor der Begegnung besprochenen Projekten gearbeitet. Dadurch malten wir zwei Wandbilder, gaben zusammen eine zweisprachige Zeitschrift heraus und veranstalteten öffentliche Aktionen zu unseren kinderrechtlichen Forderungen.

An vieles erinnern wir uns mit unterschiedlichen Gefühlen. Mit dieser Broschüre haben wir versucht, unsere Erlebnisse und die sehr verschiedenen Eindrücke zu dokumentieren. Sie gibt viele Antworten auf die vielen Fragen, was in diesen vier Wochen (mit uns) geschehen ist.

Als KinderRÄchTsZÄnker setzen wir uns für eine Weiterführung des Austauschs ein.

Finanzieren konnten wir unsere erste Begegnung mit der finanziellen Unterstützung einer Stiftung, aus Bundesmitteln und von anderen Fördermitteln. (siehe S. 24) Allen an dieser Stelle nochmal schönen Dank!

Unsere Vorbereitungen für den Rückaustausch sind bereits in vollem Gange.... In den letzten Tagen der Fertigstellung dieser Seiten erreichen uns Briefe aus Nicaragua, daß dort NATRAS von der Straße verschleppt und in Heimen interniert werden. Die Kinderbewegung und ihre Unterstützer reagieren mit Erklärungen und Pressekonferenzen, um die Öffentlichkeit von ihren Meinungen zu informieren. Wir haben noch Vieles, was wir gemeinsam verändern wollen...

Julie, Christoph, Martin, Sue und Joe

Berlin, im Februar 1997