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Pressemitteilung "Mit Zensur gegen Gewalt?"

11. Mai 2002
Mit Zensur gegen Gewalt?
KinderRÄchTsZÄnker kritisieren Beschluss der Bundesregierung
zur Verschärfung des Jugendschutzes

Wir KinderRÄchTsZÄnker (K.R.Ä.T.Z.Ä.) wenden uns entschieden gegen die von der Bundesregierung beschlossenen verschärften Bestimmungen zum Jugendmedienschutz. Es ist bis heute nicht überzeugend nachgewiesen worden, ob Gewaltdarstellungen im Fernsehen und in Computer- und Videospielen zu einem gewalttätigeren Verhalten junger Menschen führen.

Auch junge Menschen können verstehen, dass Filme und Computerspiele etwas anderes sind als die Wirklichkeit. Die bei einer Minderheit der Kinder und Jugendlichen vorhandene Bereitschaft zur Gewaltanwendung hat ihre Ursache in der realen Welt. Eltern durften bis zum Jahr 2000 folgenlos ihre Kinder verprügeln - und die Hälfte der Erziehungsberechtigten tat es auch, und tut es wohl immer noch. Nicht nur in der Familie, sondern auch in der staatlichen Institution Schule werden Kinder immer noch herumkommandiert und zur Unterordnung gezwungen.

Grundrechte von Kindern zählen nicht viel. Kinder erfahren - in der realen Welt -, dass der Stärkere sich durchsetzt und dass Gewaltanwendung legitim ist. Action- und Horrorfilme zeigen zwar Gewalt, aber es gibt immerhin keine Opfer.

Wer reale Gewalt gegen andere und sich selbst vermeiden will, sollte die reale Welt friedlicher gestalten. Zensur und Strafen sind dafür nicht geeignet. Im übrigen wird kein Mensch gefährdet, sollte jemand seine vorhandenen Aggressionen an Gewalt zeigenden Spielen auslassen.

Es nützt wenig, Gewaltfreiheit und Toleranz zu predigen oder zu heucheln - sie muss in der realen Welt erfahrbar sein und gelebt werden.

Anstelle eines Jugendschutzes, der auf pauschale Altersgrenzen setzt, müsste ein Verbraucherschutz treten, der (ähnlich wie heute bereits bei Zusatzstoffen in Lebensmitteln) auf gewalttätige Inhalte hinweist, dem Konsumenten aber die Wahl lässt, ob er ein Computerspiel spielt oder sich einen Film ansieht.

Einen aktuellen Text über Alternativen zum Jugendschutz und viele weitere Informationen über die KinderRÄchTsZÄnker finden Sie unter
http://www.kraetzae.de