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März-Ausgabe

Kinderrechtliche News
News von Januar und Februar 1999
 

Impressum: 

Nummer 7 Jahrgang 1 Redaktionsschluß: 02.03.1999 Herausgeber: K.R.Ä.T.Z.Ä. Adresse: news, c/o K.R.Ä.T.Z.Ä., Dunckerstr. 11, 10437 Berlin Layout: Martin Wilke Beiträge: Martin Wilke (V.i.S.d.P.) Danke für’s Artikel sammeln auch an Patrick Schimpke und Konstantin Wreh


Januar 1999

Wer zu spät aus dem Urlaub kommt, muß zahlen

06.01.1999 Eltern, deren schulpflichtige Kinder nicht wieder am ersten Tag nach den Ferien in der Schule sind, können mit Bußgeld bis zu 2 000 DM rechnen. Ein Tag kostet durchschnittlich 80 DM. Allein in Düsseldorf wurde im vergangenen Jahr 1018mal Bußgeld verhängt, nach 867mal 1997 und 629mal 1996. (Rheinische Post)

Pünktlichkeit und Ordnung gefordert

08.01.1999 Die hessische CDU-Schattenministerin für Bildung, Löhr, ist der Ansicht, daß Pünktlichkeit und Ordnung in der Schule wieder eine größere Rolle spielen müßten. (Frankfurter Neue Presse)

Amnesty International fordert Heraufsetzung der Altersgrenze für Soldaten

11.01.1999 Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Anhebung der Altersgrenze für Soldaten von derzeit 15 auf 18 Jahre. (AP)

Brandenburger PDS für Wahlrecht ab 16

13.01.1999 Die Brandenburger PDS spricht sich für die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre aus. Auch an Volksabstimmungen sollen 16jährige teilnehmen können. (ADN)

Altersmischung an Grundschulen

14.01.1999 Ab dem Schuljahr 1999/2000 soll es an Berliner Grundschulen einen Modellversuch geben, bei dem die Klassen zu jahrgangsübergreifenden Gruppen zusammengelegt werden. Die teilnehmenden Schulen können sich zwischen zwei Varianten entscheiden. Die 1., 2. und 3. Schulklasse sowie die 4., 5. und 6. werden zusammengelegt bzw. 0., 1., 2. sowie 3. und 4. bzw. 5. und 6. Klassen bilden eine Gruppe. Bisher gibt es an zwei Berliner Grunschulen altersgemischten Unterricht. (ADN)

Umfrage zu Ausgangssperre

15.01.1999 Das US-amerikanische Umfrageinstitut Votelink fragte 892 Leute, was mit Jugendlichen gemacht werden soll, die die in ihrer Stadt geltende Ausgangssperre nicht beachten. 36% waren für Ignorieren, 40% für Festnehmen, 16% für nach Hause Schicken und 6% für Verwarnen. (Votelink)

Kinderzwangsarbeit in Italien

18.01.1999 In Neapel wurden gegen rund 300 Eltern und Unternehmen Ermittlungen eingeleitet, die ihre Kinder von der Schule ferngehalten haben sollen, um sie für Schwerarbeiten einzusetzen. Nach Angaben des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbandes CIGL werden in Italien 300 000 Kinder unter 14 Jahren zur Arbeit gezwungen. (Dolomiten online)

Global March geht weiter

18.01.1999 Der Global March against Child Labor, der Anfang 1998 in Manila gestartet war, wird dieses Jahr fortgesetzt. (Frankfurter Rundschau)

Schulpflicht wird verlängert

20.01.1999 Das italienische Parlament hat beschlossen, die Schulpflicht von acht auf neun Jahre zu verlängern. Zu einem späteren Zeitpunkt soll sie nochmal um ein Jahr auf zehn Jahre ausgedehnt werden. (Dolomiten online)

Schulpflicht wird eventuell ausgedehnt

21.01.1999 Ab dem Schuljahr 2000/01 werden Grundschüler in Baden-Württemberg nach dem Prinzip der "vollen Halbtagsschule" fünf ganze Stunden in der Schule verbringen. Ob die über den Unterricht hinaus gehende Zeit auch der Schulpflicht untergeordnet wird, ließ Kultusministerin Schavan (CDU) offen. (Stuttgarter Zeitung)

Minister will mehr Leistungsdruck

24.01.1999 Sachsens Kultusminister Mathias Rößler (CDU) erklärte auf dem Bildungskongreß "Sachsen macht Schule", daß er vor allem auf Leistung setze. Der Minister will striktere Leistungsvergleiche, wozu nicht nur das Zentrakabitur zähle sondern auch zentrale Prüfungen nach dem 9. Hauptschul- und dem 10. Realschuljahr. (Frankfurter Rundschau)

16jähriger soll hingerichtet werden

27.01.1999 Erstmals seit fast 40 Jahren soll in den USA ein zum Tatzeitpunkt 16jähriger hingerichtet werden.

Zeugnisverbrennung

29.01.1999 Mit einer öffentlichen Verbrennung von Zeugniskopien haben gestern die Landesschülervertretungen von Hessen und Rheinland-Pfalz gegen die Beurteilung mit Schulnoten protestiert. Statt der Noten solle es ausformulierte Beurteilungen geben. (lhe)

neue Erziehungsheime geplant

29.01.1999 Premierminister Jospin will in Frankreich 50 Erziehungsheime einrichten, in die minderjährige Tatverdächtige bis zum Gerichtsverfahren eingesperrt werden sollen. Dort sollen sie die "Grundregeln des gesellschaftlichen Lebens" erlernen. Auf diese Weise solle die Jugendkriminalität in den Vororten zu bekämpfen. (Salzburger Nachrichten)


Februar

"Abi muß schwerer werden"

02.02.1999 Die Hamburger Vorsitzende des Deutschen Hochschulverbandes, Jutta Rall-Niu, hat sich für höhere Abituranforderungen ausgesprochen. "Das Abitur muß wieder schwerer werden und so mehr dafür sorgen, daß nicht jeder studieren kann". Über die Hälfte der jetzigen Studenten gehörten nicht auf die Universität. Zudem sollte die Prüfung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch Voraussetzung für das Abitur sein. Außerdem fehle es an ausreichendem Leistungsdruck in der Schule. (dpa)

Rheinland-Pfalz plant Schultests

03.02.1999 Der Rheinland-pfälzische Bildungsminister Jürgen Zöllner (SPD) will an allen Oberschulen des Bundeslandes zentrale Mathematik-Tests einführen, um die Qualität der Einzelschulen zu vergleichen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und die GEW kritisierten das Vorhaben. Der Minister betonte, "Mir geht es nicht darum, Schulen mit Problemen öffentlich an den Pranger zu stellen, oder eine Bundesliga der besten Schulen einzurichten" (Mannheimer Morgen)

Meinungsfreiheit siegt über Jugendschutz

04.02.1999 Ein US-amerikanisches Bundesgericht hat ein Gesetz für ungültig erklärt, mit dem Kinder und Jugendliche vor pornografischer Internetseiten geschützt werden sollten. Dieses Gesetz verstoße gegen die verfassungsmäßige Meinungsfreiheit. Gerade auch kleinen Internetseitenanbietern könnten aufwendige Kontrollmechanismen, die zum Beispiel zur Eingabe der Kreditkartennummer auffordern, nicht zugemutet werden. Das US-Justizministerium und Jugendschützer zeigten sich enttäuscht über das Urteil. Wäre das Gesetz durchgekommen hätten Anbieter von Internetseiten mit „für Kinder schädlichen Inhalten" mit bis zu sechs Monaten Haft und 150000 Dollar Geldstrafe pro Tag, den die Seite Minderjährigen zugängig war, rechnen müssen. (pnp)

Vorstellungen von CDU und FDP zur Schulpolitik in Hessen

11.02.1999 Nach dem Regierungswechsel wird sich in Hessen auch in der Schulpolitik einiges ändern.

Die CDU möchte "Toleranz, Nächstenliebe, Höflichkeit, Fleiß, Pünktlichkeit und Ordnung’’ zu "integralen Bestandteilen des Unterrichts’’ machen, die FDP will lehren, "in der Gesellschaft friedlich miteinander zu leben, Grenzen zu akzeptieren’’ und soziale Verantwortung zu entwickeln.

Die FDP will den Religionsunterricht zu einem "konfessionsneutralen" Fach unter Einbeziehung von Inhalten aus Philosophie und Ethik umgestalten, während die CDU der Ansicht ist, traditioneller Religionsunterricht sei "unverzichtbar für die Erziehung zu Eigenverantwortung und sozialer Kompetenz".

Mittelfristig will die CDU ein Zentralabitur wie in Bayern einführen. Beide Parteien wollen standardisierte Abschlußprüfungen an allen Schularten sowie die Möglichkeit, das Abitur in 12 Jahren zu absolvieren. Die FDP will Kindern den Schulbesuch bereits mit fünf Jahren ermöglichen. (Stuttgarter Nachrichten)

Sachsen fordert Zensuren für Betragen und Fleiß

11.02.1999 Sachsens Kultusminister Rößler will die nach der Wende abgeschafften Zensuren für Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung wieder einführen, um "grundlegende Tugenden" in die Bewertung miteinzubeziehen. Eltern, Lehrer und Unternehmer hätten dies gefordert.

In Brandenburg keine Betragensnoten

11.02.1999 "Unter der jetzigen Regierung" wird es Noten in Ordnung, Fleiß, Betragen und Mitarbeit "definitiv nicht geben" sagte der Schulrechtsreferent im Bildungsministerium, Klaus Oehrling. Auch die Referatsleiterin für Schulaufsicht Primarstufe, Katja Sieger, betonte: „Diese Notengebung würde an die DDR-Kopfnoten anknüpfen, die unserer Ansicht nach nicht mehr zeitgemäß sind." (Berliner Zeitung)

SPÖ-Jugendorganisation setzt sich für Wahlrecht ab 16 ein

18.02.1999 Die Aktion kritischer SchülerInnen, die Sozialistische Jugend (SJ) und der Verband sozialistischer Studierender wollen auf der Klausurtagung der Wiener SPÖ ein Papier zum Thema Senkung des Wahlalters auf 16 Jahren thematisieren. (Der Standard)

Brandenburger CDU für "Kopfnoten"

26.02.1999 Im Gegensatz zur SPD fordert die Branderburger CDU zusammen mit Eltern und der Handwerkskammer die Wiedereinführung der sogenannten "Kopfnoten", also der Zensuren für Ordnung, Fleiß, Betragen und Mitarbeit. (Berliner Kurier)






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