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Summerhill


Hinweis: In der Broschüre zu unserer England-Reise findet ihr noch mehr Texte über Summerhill!


Kurzbeschreibung

Summerhill ist eine private Internatsschule in Leiston (Suffolk, England). Ziel der 1922 von Alexander Sutherland Neill gegründeten Schule ist es, persönliche Freiheit auch für Kinder und Jugendliche zu verwirklichen.

Es gibt zwar Kurse, jedoch ist die Teilnahme daran freiwillig und es gibt bis zum Abschluß auch keine Zensuren oder etwas vergleichbares. Dies gilt für Fünf- oder Siebenjährige genauso wie für 16jährige.

Kinder und Erwachsene sind weitgehend gleichberechtigt. Es gibt allerdings auch Regeln, die im Widerspruch zur Gleichberechtigung stehen, so zum Beispiel die nächtlichen Ruhezeiten, die direkt vom Alter der Kinder bzw. Jugendlichen abhängen.

Eine "Schule ohne Regeln" ist Summerhill definitiv nicht. Es gibt über 200 Regeln – wahrscheinlich mehr als in irgend einer anderen britischen Schule. Und all diese Regeln sind vom wöchentlichen Allgemeinen Meeting demokratisch beschlossen worden, bei dem jedes Kind und jeder Erwachsene eine Stimme hat. Allerdings ist die Demokratie an Summerhill nicht allumfassend. Die Einstellung von Lehrern oder die Verwendung der Gelder werden von der Schulleiterin beschlossen, die nicht demokratisch legitimiert ist, sondern die Schule und damit ihren Posten geerbt hat.

Auf einem zweiten wöchentlichen Treffen, dem Tribunal, werden Beschwerden über Verstöße gegen die Regeln verhandelt und gegebenenfalls Strafen verhängt.

Im wesentlichen gibt es in der Gemeinschaft, die aus ca. 65 Kindern und Jugendlichen sowie acht Lehrern und drei Betreuern besteht und sehr international zusammengesetzt ist, eine Altersmischung. In Bezug auf den Unterricht – es gibt eine Gruppe für die Bis10jährigen, eine für die 10- bis 12jährigen sowie thematische Kurse für die älteren – ist die Altersmischung nicht vollkommen. Auch die Unterbringung der Internatsschüler (nur eine kleine Minderheit sind Tagesschüler aus der Umgebung) geschieht in vier nach dem Alter getrennten Gruppen.

Alles in allem ist Summerhill, "die erste Kinderdemokratie der Welt", ein Ort an dem man sich wohlfühlen kann.

Obwohl Summerhill seit mehr als einem dreiviertel Jahrhundert wunderbar funktioniert, war sie von Schließung bedroht. Die britische Regierung wollte, daß die Kinder zum Unterricht gezwungen werden, was aber radikal im Widerspruch zur Philosophie dieser Schule steht. Die Behauptung, daß Summerhill-Schüler ungebildet seien, ist schlicht falsch. Ihre Abschlüsse (GCSEs – landesweite standardisierte fachbezogene Tests) liegen über dem Landesdurchschnitt. Am 23. März zog das ließ das Bildungsministerium die Beschwerde gegen Summerhill unerwartet fallen


häufig gestellte Fragen

übersetzt von Martin Wilke

Im Laufe eines Jahres erhalten wir in Summerhill zahlreiche Anfragen aus aller Welt über unsere Schule und die Philosophie, auf der sie basiert. Dies sind Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen; wir hoffen, daß sie Dir nützen.

1) Sicherlich ist Summerhill eine geschützte Umgebung. Wie passen sich die Schüler danach in die "Außenwelt" ein?

Wir meinen, daß Summerhill-Schüler besser als die meisten anderen jungen Leute auf die "Außenwelt" vorbereitet sind. Die Schüler in Summerhill sind es gewohnt, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zu haben und für sich selbst Entscheidungen zu treffen – genau wie es alle Erwachsenen in ihrem alltäglichen Leben tun. Sie entscheiden, was sie tun, wann und wie sie es tun. Kritiker sagen, daß es in der "Außenwelt" viele Sachen gibt, die getan werden müssen, wie z.B. sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Sie glauben, daß unsere Schüler es schwierig finden werden, sich anzupassen, weil es in Summerhill keinen Zwang gibt.

Die Folgerung, daß man nicht in der Lage sei, langweilige, banale oder unangenehme Dinge zu tun, wenn man nicht durch Zwang dazu trainiert wurde, ist natürlich absoluter Unsinn. Summerhill-Schüler sind in ihrem alltäglichen Leben an der Schule ständig mit solchen Situationen konfrontiert. Es gibt viele, viele Dinge, die getan werden müssen, um die Gemeinschaft am Laufen zu halten. Wenn wir, die Mitglieder der Gemeinschaft, sie nicht tun, dann werden sie überhaupt nicht getan. Anstatt von anderen gezwungen zu werden, Dinge zu tun, muß man Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft um einen herum übernehmen. Man muß eigenmotiviert sein.

Das gilt im Erwachsenenleben für alle von uns. Wir haben keinen großen "Lehrer", der ständig neben uns steht und uns sagt, was wir tun sollen. Wir müssen vorankommen und alleine die Dinge handhaben.

In Summerhill haben wir das Gefühl, daß Kinder in anderen Schulen durch den Umstand benachteiligt sind, daß sie keinen Entscheidungsfindungsprozeß haben, von dem sie lernen könnten, was es für sie sehr schwierig macht, wenn sie ihre Schule schließlich verlassen und beginnen müssen, in der Erwachsenenwelt zu leben.

Der weitverbreitete Glaube, Summerhill sei eine wilde, unstrukturierte Gesellschaft, ist vollkommen falsch. Aufgrund der vielen Gesetze, die an Summerhill unser Leben regieren – derzeit sind es etwa 230 –, sind die Schüler an einen klaren Rahmen gewöhnt. In einer demokratischen Gesellschaft zu leben, in der zweimal pro Woche in den School Meetings Beschwerden behandelt werden, verleiht den Schülern einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, ebenso die Fähigkeit zuzuhören und die Sichtweise des anderen zu verstehen. Dadurch sind sie gut darauf vorbereitet, in der "Außenwelt" anderen Menschen begegnen. Obwohl sie, wie viele andere, einige Regeln kleinlich und unnötig finden werden, sind sie tolerant und verständnisvoll genug, um damit zu leben.

2) Absolvieren Summerhill-Schüler Prüfungen?

Ja, wir machen die englischen Standard-Prüfungen, GCSEs auf normalem Niveau. A-Level bieten wir nicht an. Schüler, die dies wollen, müssen anschließend aufs College gehen. Die meisten Summerhill-Schüler legen Prüfungen ab, bevor sie die Schule schließlich verlassen.

3) Was denkt Ihr, welche besonderen Eigenschaften sich Summerhill-Schüler aneignen?

Das hängt natürlich zu einem gewissen Grad von den persönlichen Umständen des Kindes vor und während des Aufenthalts an der Schule ab. Einige Kinder, die mit emotionalen Problemen auf die Schule gekommen sind, werden mit vielen dieser Probleme noch in ihrem Erwachsenenleben zu tun haben.

Eigenschaften, die wir typischerweise an Summerhill-Schülern beobachten sind: Selbstachtung, Toleranz, Integrität, Fairneß, Verständnis, Einfühlsamkeit, Mitgefühl, Selbstbehauptung, Organisationsfähigkeiten, Kreativität, Individualität, Humor, Fähigkeiten des persönlichen Umgangs, Motivation und gesunder Menschenverstand.

4) Warum schicken Eltern ihre Kinder nach Summerhill?

Die meisten Eltern glauben an die Philosophie der Schule, aber wir bekommen auch einige Schüler, die Probleme an anderen Schulen hatten und nun hierher kommen, um von ihnen loszukommen.

Leider melden sich viele Eltern erst bei uns, wenn ein Kind im Alter von 14 oder 15 Jahren ernsthafte Probleme hat. Das ist zu spät, da wir keine Kinder in diesem Alter aufnehmen.

5) Welche Art von Leuten schickt ihre Kinder nach Summerhill?

Es gibt keine typischen Summerhill-Eltern. Leute aus allen Schichten schicken ihre Kinder zu uns. Da es sich um eine Schule mit Schulgeld handelt, sind es vorrangig berufstätige Leute, aber dies ist nicht immer der Fall. Wir versuchen, unsere Gebühren so niedrig wie möglich zu halten, so daß mehr Familien es sich leisten können – einige schaffen das mit sehr geringem Einkommen. Es kommt auf ihre Prioritäten an.

6) Summerhill-Schüler kommen zum größten Teil aus ziemlich wohlhabenden Kreisen – könnte es auch in einer innerstädtischen Schule funktionieren?

In einer jetzigen innerstädtischen Schule, nein – weil keiner der Eltern mit der Philosophie übereinstimmen würde! Aber ansonsten könnte es überall funktionieren. Alle Kinder reagieren auf Freiheit und Selbstregulierung.

7) Ist Summerhill für alle Kinder geeignet, oder brauchen manche mehr Struktur?

Alle Kinder reagieren auf Freiheit und Selbstregulierung. Der einzige Fall, wo es nicht funktioniert, ist, wenn es Spannungen zwischen der Schule und dem Zuhause gibt. Kinder spüren, wenn ihre Eltern nicht glücklich damit sind, daß sie in Summerhill sind.

8) Ist Schikanierung/Einschüchterung ein Problem an der Schule, und wie geht Ihr damit um?

Offensichtlich gibt es Schikanierung/Einschüchterung an der Schule, aber jeder, Personal oder Schüler, kann eine Klage gegen jemand anderen im Tribunal einbringen. Dadurch sind wir alle der Gemeinschaft gegenüber rechenschaftspflichtig. Unsere Ombudsleute und Selbstregierungs-Meetings (Allgemeines Meeting und Tribunal) garantieren, daß jeder in der Schule eine Stimme hat und Konflikte lösen lassen kann, bzw. daß sich die Gemeinschaft mit Störern befaßt. Gewöhnlich handelt es sich dabei um irgend eine Ordnungsmaßnahme: An das Ende der Essenschlange geschickt werden, eine halbe Stunde Arbeit oder 50 Pence Geldstrafe.

9) Habt Ihr Probleme mit Alkohol/Drogen?

Drogen und Alkohol sind in der Schule nicht erlaubt. Klar kommt es vor, daß die älteren Kinder versuchen, mit Alkohol oder Dope zu experimentieren, aber es nimmt nie die Ausmaße eines Problems an.

10) Wie findet Ihr Personal?

Gewöhnlich schalten wir eine Anzeige in der Zeitung "Guardian". Unser Auswahlprozeß ist ziemlich konventionell, wenngleich das Einstellungsgespräch ungezwungen und freundlich ist. Wir machen alle für Großbritannien üblichen Untersuchungen (Polizei und Liste 99) gegen Sexualtäter.

11) Welche Eigenschaften soll das Personal haben?

Zuallererst die Fähigkeit, den Job zu tun. Obwohl nichtstaatliche Schulen nicht verpflichtet sind, qualifizierte Lehrer anzustellen, ist die Arbeit heutzutage so spezialisiert, daß wir selten Lehrer nehmen, die nicht qualifiziert sind. Wir suchen jemanden, der anpassungsfähig, ernsthaft an der Philosophie der Schule interessiert und eine nette Person ist. Leider können wir Leute von außerhalb der Europäischen Union nicht ohne Arbeitserlaubnis anstellen – und eine solche zu erhalten, ist praktisch unmöglich! Die meisten Lehrer in der Mainstream-Bildung verbringen ihr ganzes Arbeitsleben damit, Schüler zu unterrichten, die keine Wahl haben, ob sie im Klassenraum sein wollen oder nicht. Für sie ist es eine sehr ernüchternde Erfahrung, Kinder zu unterrichten, die aufstehen und rausgehen können, wenn sie wollen!

12) Wie stark werden Eltern in der Schule einbezogen?

Es gibt nicht sehr viel Einbeziehung der Eltern in Summerhill. Sie können uns während des Terms [Schultrimester] besuchen, es gibt einen Rundbrief, der immer in den Ferien an die Eltern geschickt wird, und viele werden gute Freunde, die Philosophie der Schule aber ist, Kinder zu ermutigen, ihr eigenes Leben zu Leben und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Kinder schätzen ihre Unabhängigkeit und finden es besser, wenn sich ihre Eltern nicht einmischen.

13) Bekommen die Kinder Hausaufgaben?

Da der Unterricht freiwillig ist, ist auch die gesamte Situation völlig anders als in konventionellen Schulen. Die meisten Schüler brauchen welche, wenn sie für Prüfungen arbeiten, aber das ist dann von Lehrer und Schüler gemeinsam vereinbart.

14) Warum sind die Schüler nicht für das Saubermachen und Kochen in Summerhill verantwortlich?

Kindheit ist Spielzeit. Die Erfahrungen von Summerhill zeigen, daß Kindern eigentlich nicht daran interessiert sind, ihre Zimmer sauber zu halten, bis sie das Alter von ungefähr 14 Jahren erreichen. Wie können es uns nicht leisten, die Hygiene zu vernachlässigen, also bevorzugen wir es, den Standard in der Schule durch angestelltes Reinigungspersonal zu sichern. Das erspart auch einen Konflikt zwischen Erwachsenen und Kindern über ein Problem, das endlos und unproduktiv wäre. Die älteren Kinder mit Einzelzimmern sind für ihr Waschen und Saubermachen selbst verantwortlich. Und die ganze Gemeinschaft muß das Schulgelände sauber halten. Das schließt gelegentliches Müll-Aufheben ein.

Den meisten Kindern macht es Spaß, ein bißchen für die Gemeinschaft zu kochen – aber jeden Tag, das ganze Jahr lang, 90 Leute zu verpflegen, ist eine andere Sache. Wir haben einen Berufskoch angestellt, der sich um die Versorgung mit Essen und Getränken kümmert. Es gibt viele Gelegenheiten für Kinder, beim Kochen mitzumischen, Kochunterricht, in der Küche helfen, "bar committee", Schulcafé etc.

15) Wie ist Eure Beziehung zu den Einwohnern im Ort?

Unsere Beziehung zur den Einwohnern im Ort ist höflich, aber relativ distanziert, obwohl viele Leute aus dem Ort die Schule mögen und auch stolz auf sie sind. Die jüngeren Leute neigen verständlicherweise dazu, entweder ein bißchen argwöhnisch oder neidisch auf unsere Kinder zu sein. Wir versuchen, hin und wieder Tage der offenen Tür zu veranstalten, damit die Leute uns bei dem, was wir so tun, zusehen können, aber den größten Teil der Zeit bleiben wir ziemlich unter uns.

16) Warum nehmt Ihr keine Kinder über 12 Jahren?

Die Erfahrung hat uns gezeigt, daß es zu Problemen in der Gemeinschaft führt, wenn ältere Kinder in die Schule kommen. Das ist keine starre Regel – manchmal machen wir Ausnahmen. Kinder brauchen Zeit – besonders wenn sie von einer traditionellen Schule kommen –, um bestimmte Verhaltensmuster durchzumachen. Das kann Phasen einschließen, in denen sie nicht am Unterricht teilnehmen, aufständisch gegen die Regeln der Gemeinschaft sind, nicht motiviert sind, etc. Da uns die meisten Schüler mit 16 bis 17 Jahren verlassen, gibt dies älteren Kindern sehr wenig Zeit, sich zu entwickeln.

17) Habt Ihr Tagesschüler?

Ja, einige. Da einige Leute es sich nicht leisten können, ihre Kinder in Summerhill unterzubringen, versuchen wir, das Schulgeld für Tagesschüler so niedrig wie möglich zu halten. Viele unserer Tagesschüler kommen aus Familien, die extra in die Gegend gezogen sind.

18) Viele Leute sehen es heutzutage als schlechtes Elternverhalten an, Kinder auf eine Internatsschule zu schicken – wie rechtfertigt Summerhill das?

Frag die Kinder! Summerhill-Schüler werden nicht gezwungen, hier zu sein – sie entscheiden sich dazu. Summerhill-Ex-Schüler stimmen alle dem zu, daß es eine wirklich positive und wichtige Sache für sie war, von zu Hause weg zu sein.

Internate hatten in letzter Zeit (und oft ganz zu recht) viel schlechte Presse wegen ihres Images von spartanischen Schlafräumen und kalter Atmosphäre. Summerhill ist überhaupt nicht wie ein Internat im traditionellen Sinne. Es ist eine Mischung aus einem Stamm und einer Familie, eine gesellige, kind-zentrierte Umgebung, in der Erwachsene Freunde sind und in der man den ganzen Tag spielen kann, wenn man will. Kinder blühen hier auf. Nach unserer Erfahrung brauchen die Kinder die Anwesenheit ihrer Eltern viel weniger als wir, als Erwachsene, glauben.

Einige Leute sagen, daß sie die Kindheit ihres Kindes vermissen werden, wenn sie es nach Summerhill schicken. Meine Antwort ist, daß Kindheit für die Kinder da ist, nicht für die Eltern. Es erfordert Mut, Kindern die Unabhängigkeit zu geben, die sie brauchen.

19) Ab welchem Alter nehmt Ihr Schüler auf?

Tagesschüler können mit 5 Jahren kommen. Einige Internatsschüler mit 7 oder 8 sind wirklich glücklich, hier zu leben, während einige ein paar Jahre mehr brauchen.

20) Werft Ihr jemals Schüler von der Schule?

Gelegentlich – aber nicht in dem üblichen Sinn, daß man ausgeschlossen wird, weil man etwas "Ungezogenes" getan hat. In Summerhill wird man nur gebeten, die Schule zu verlassen, wenn die allgemeine Verhaltensweise zeigt, daß man nicht gerade daran interessiert ist zu bleiben.

Gelegentlich hat ein Kind so schwere emotionale Probleme, daß es den anderen Kindern schaden würde, es auf der Schule zu behalten. In diesem Fall muß es gehen. Andere Eltern haben ihre Kinder hierher geschickt, damit sie eine glückliche Kindheit haben – das können wir nicht für ein Problemkind aufs Spiel setzen.

21) Was machen Summerhill-Schüler, nachdem sie abgehen?

Wenn Kinder Summerhill verlassen studieren die meisten für einen angemessenen formalen Befähigungsnachweis (A-level, BTEC, GNVQ) an Colleges of Higher Education. Ihre Karrieren sind unterschiedlich. Wir haben Künstler, Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Universitätsprofessoren, Tischler, Naturwissenschaftler, Musiker, Köche, Schauspieler, Gärtner, Bauern, Wirte, Zeitungsreporter, Filmemacher, Pfleger für Behinderte, Geschäftsleute ...

22) Die Regierung sagt, daß Ihr ein Problem habt, da so viele Kinder erst spät lesen lernen. Wie geht Ihr damit um?

Nach wochenlanger harter Arbeit, unseren Maßnahmenplan zusammenzustellen, haben wir ihn am 16. Dezember zum DFEE geschickt. Die Ergebnisse sind zu komplex, um sie hier wiederzugeben, aber kurz gesagt, haben wir eine Menge Richtlinienstatements aufgeschrieben, darunter eine Alphabetismus-Richtlinie, eine Bewertungs- und Aufzeichnungsrichtlinie und ein allgemeines Richtlinienstatement. Wir führen auch viele Maßnahmen durch, die uns helfen sollen, den Fortschritt (die Entwicklung) der Schüler, wie sie die Schule durchlaufen, zu bewerten und zu dokumentieren.

Wir sind vorsichtig gewesen, alles anzupassen, was uns vorgelegt wurde, so daß es uns tatsächlich nützt, anstatt nur um seiner selbst Willen eine Menge bedeutungslosen Kauderwelschs zu schreiben. Wir haben uns dabei fest an unsere Grundüberzeugungen gehalten und, wo es sinnvoll war, die Kinder befragt. Wir haben unseren Fall so gut wie wir können dargestellt – mit der Hilfe von Spezialisten, die selbst einmal OFSTED-Inspektoren waren, sowie Experten verschiedener Gebiete. Wir haben sehr darauf geachtet, nicht anzudeuten, daß wir unsere Haltung zum Lernen in Bezug auf die jüngeren Kindern ändern würden. Wir stehen fest hinter unserer Grundüberzeugung, daß Kinder die Freiheit haben müssen, selbst zu entscheiden, ob sie am Unterricht teilnehmen. Und an sich sind wir nach wie vor darauf vorbereitet, daß einige dieser Kinder in Bezug auf ihre Unterrichtsarbeit Entscheidungen treffen, die zu verstehen Erwachsene Probleme haben. Obwohl uns bewußt ist, daß die Lernerfahrung an Summerhill komplex ist, meinen wir nicht, daß wir ein Analphabetismusproblem an der Schule hätten.

Nur weil einige Kinder vielleicht etwas spät lesen lernen, heißt das nicht, daß sie behindert sind oder vernachlässigt wurden. Unser vorrangiges Anliegen ist, Methoden verfügbar zu machen, die aus Sicht solcher Kinder akzeptabel sind, wenn sie die Unterstützung eines Lehrers zulassen. Wir wollen beweisen, daß unsere Kinder ihre "Leistungen" unabhängig davon verbessern, ob sie am Unterricht teilnehmen. Durch Aufzeichnung der Fortschritte und häufigere einfache Bewertungen können wir zeigen, daß jedes Kind sein Lernniveau deutlich verbessert. Das würde eine – selbstverständlich freiwillige – Ausgangsbewertung bedeuten, wenn das Kind auf die Schule kommt, gefolgt von weiteren (freiwilligen) Bewertungen in regelmäßigen Abständen. Wir arbeiten noch an Wegen, dies durchzuführen, ohne dabei zu den Kindern aufdringlich zu sein. Die andere wichtige Sache ist, die Fertigkeiten (von denen es so viele gibt!), die Summerhillianer in ihrer Zeit an der Schule einfach dadurch erreichen, daß sie am Leben in Summerhill teilnehmen, zu formalisieren. Viele dieser Fertigkeiten sind sehr begehrt und kommen an anderen Schulen nicht vor.

Die Kinder haben ziemlich klar gemacht, daß sie außerhalb des Unterrichts nicht bewertet werden wollen, da dies die Spontanität ihrer Erfahrungen verderben würde. Zum Beispiel: Ich glaube, ich werde in diesem Term ein "Beddie Officer" sein – das macht sich gut in meiner Zeugnismappe. Das wird nicht spezielle Zeugnisse betreffen, die auf Verlangen, im Auftrage des Kindes an eine neue Schule oder ein College geschickt werden müssen.

Wir suchen auch rechtliche Beratung zu der Frage, ob es sich lohnt, unseren Fall gegen die Regierung zu verfolgen, die nach Europäischem Recht möglicherweise illegal handelt, indem sie von Summerhill fordert, daß es Dinge ändert, die wertvoll für seine grundlegende Philosophie sind. Die Europäische Konvention sagt klar, daß die Mitgliedsstaaten bei der Regelung des Schulwesens die Entscheidungsmöglichkeit der Eltern über Philosophie oder Religion berücksichtigen müssen. Dies steht genau dem entgegen, was unser Bildungsministerium sagt – nämlich, daß "Leistungen" an ersten Stelle stehen müssen, auch wenn sie mit anderen Überlegungen wie allgemeine Vorliebe für eine bestimmte Philosophie oder besondere Ziele oder Stil einer Schule im Widerspruch stehen. Uns geht es um die Entscheidungsmöglichkeit der Eltern, nicht nur um Summerhill als Schule.

Am 10./11. Juni 1998 hatten wir einen weiteren Besuch von den Inspektoren des Bildungsministeriums. Sie waren höflich und sicherlich weniger aggressiv als beim letzten Mal. Sie schienen ein paar kleine Schritte in Richtung eines Versuchs zu machen, unsere Philosophie zu verstehen. Die Tatsache, daß sie anerkennen, daß wir überhaupt eine Philosophie haben, ist ein Schritt in die richtige Richtung!

Vielleicht wollten Tony Blair und das Bildungs- und Arbeitsministerium nicht als die Unterdrücker von demokratischer Bildung dastehen. Die Menge positiver Medienresonanz, die wir im Zusammenhang mit unserer vorigen Inspektion hatten, war für sie möglicherweise eine Überraschung.

Die neuen Richtlinien-Statements machen unsere Situation vollkommen klar – aber ich befürchte, daß wir uns am Ende von den Autoritäten, die unfähig zu sein scheinen, unsere Methoden überhaupt zu würdigen, verfolgt fühlen werden.

In dieser Phase werden wir definitiv keinen Beschwerdebescheid erhalten, der zur Schließung der Schule führen könnte. Wir glauben – egal welche Veränderungen sie fordern –, daß sie uns wahrscheinlich mit einiger Vorsicht behandeln werden. Es würde politisch nicht gut aussehen, wenn sie vorhätten, die Schule zu schließen. Ob die aktuellen Kräfte jemals die Philosophie von Summerhill anerkennen werden, ist unklar. Im Laufe der Zeit wird irgend jemand in dem einen oder anderen Ministerium seinen Angriff erneuern, oder weiter Stück für Stück auf uns herumhacken, wie sie es die ganzen letzten Jahre über getan haben.

In der Zwischenzeit lebt Summerhill und es läuft alles normal!

23) Wie ist die Haltung der Schule zu Sex?

Summerhill unterstützt die Sexualität des Kindes voll. Wir glauben, daß Sex, wie alles andere, voll erkundet werden muß, wenn die Kinder sich bereit dazu fühlen. Statistiken belegen, daß dies in der "Außenwelt" ohnehin passiert – obwohl Eltern und Schule dagegen sind. Dies führt oft zu ungewollten Schwangerschaften oder zu viel Unglücklichkeit und Konflikten. Nach britischem Gesetz ist es für Kinder unter 16 Jahren illegal, Sex zu haben, und daran müssen wir uns halten. Jedenfalls unterstützen wir sie – wie auch viele andere Einrichtungen, die mit Teenagern in Situationen des realen Lebens zu tun haben –, indem wir ihnen Informationen und Rat geben, wo immer es möglich ist. Wir sind stolz auf die Tatsache, daß unsere Kinder keine Angst haben, uns zu fragen, wenn etwas schiefgeht – und nein, in 77 Jahren hatten wir keine einzige Schwangerschaft.

24) Ich würde gern etwas Arbeitserfahrung an der Schule sammeln. Ist das möglich?

Zur Zeit ist es für uns schwierig, arbeitende Studenten voll einzubeziehen – es sei denn, sie passen sich unseren Terms an und übernehmen eine offizielle Arbeit. Für viele Studenten ist das nicht möglich, weil sie hier nur drei oder vier Wochen arbeiten wollen. Wir haben noch keinen guten Weg gefunden, dies möglich zu machen, aber wir haben gerade ein neues Eigentum am Rande des Schulgeländes erworben und hoffen, dort in Zukunft Studenten unterbringen zu können. Wir hoffen, daß das gut funktioniert, da wir sehr viele Anfragen erhalten.

25) Kann ich in Summerhill arbeiten?

Wenn Du in Großbritannien arbeiten darfst, die Fähigkeiten für den angebotenen Job hast, darauf vorbereitest bist, mit einem sehr geringen Lohn zu leben, enthusiastisch, humorvoll, hart arbeitend und anpassungsfähig bist – dann könntest Du vielleicht gerade das sein, was wir suchen!

26) Kann ich die Schule besuchen?

Ja, wir haben Besucher in allen drei Terms des Jahres. Sie kommen nur für einen Tag, sprechen mit ein paar Leuten und schauen sich um. Wir haben ein Besucherkomitee, das sich um sie kümmert. Da wir sehr viele Besucher bekommen, finden wir es besser, wenn sie nur einen Tag bleiben. Aber es ist auch möglich, in einem "Bed & Breakfast" (private Übernachtungsmöglichkeit mit Frühstück) zu übernachten und uns für bis zu drei Tage zu besuchen. Schreibe für Absprachen an das Büro der Schule (Adresse am Ende dieses Textes).

27) Wie kann ich Bücher von A.S. Neill bekommen?

Die meisten von Neills Büchern sind in Großbritannien mittlerweile vergriffen. "The New Summerhill", erschienen bei Penguin, kann man noch kaufen. Das Buch "Summerhill" ist in Bibliotheken erhältlich. Einige Exemplare von Neills frühen Büchern kann man in Antiquariaten finden. Hin und wieder haben wir in der Schule ein oder zwei überschüssige Exemplare zum Verkauf.

28) Wieviele Schüler gibt es an Summerhill?

Normalerweise etwa 65. Diese Zahl schwankt aber. 1995 waren wir 68, während wir 1998 nur 61 waren.

29) Welche Staatsangehörigkeiten gibt es?

In diesem Term sind es 18 Engländer, 14 Deutsche, 2 Franzosen, 3 Amerikaner, 1 Koreaner, 9 Taiwanesen und 13 Japaner.

30) Kannst Du einen typischen Tag beschreiben?

Frühstück gibt es von 8 bis 8.45 Uhr. Bis 8.30 Uhr muß man aufgestanden und angezogen sein, oder die "Beddie Officers" können einem eine Strafe geben. Eine typische Strafe wäre: Ans Ende der Essenschlage, oder eine halbe Stunde Arbeit.

9.30 Uhr beginnt der Unterricht. Die älteren Kinder schreiben sich für verschiedene Fächer ein und folgen dann einem Stundenplan, wie in den meisten anderen Schulen auch (außer, daß der Unterricht nicht Pflicht ist). Kinder unter 12 gehen in Klasse 1 (für 5- bis 10jährige) oder in Klasse 2 (für 10- bis 12jährige). Diese haben dort eigene Lehrer und Klassenräume mit Mehrzweckbereichen. Ihr Lehrer kann einen Stundenplan für die Woche anbieten oder Aktivitäten entsprechend den Bedürfnissen und Wünschen der Kinder organisieren. Für Kunst, Naturwissenschaften und Fremdsprachen können die Kinder an Unterricht mit einschlägigen Fachlehrern teilnehmen. Neue, nicht Englisch sprechende Schüler werden ermutigt, Unterricht in Englisch als zusätzliche Sprache zu besuchen. Der Bereich der angebotenen Fächer beinhaltet:

Jeder der älteren (eingeschriebenen) Schüler erhält am Anfang des Terms einen leeren Stundenplan, in den er seine Stunden einträgt. Der Stundenplan wird – entsprechend der Auswahl der Kinder und der ihnen angebotenen Fächer – von Term zu Term geändert. Der Grundsatz des Stundenplans ist, den Kinder zu erlauben, daß sie lernen, was sie wollen. Er führt zu einem strukturierten Tag mit Unterricht von 9.30 bis 13.10 Uhr. Eine computergesteuerte Klingel kündigt die Unterrichtsstunden an. Jeder Lehrer führt ein Register, aber die Kinder können sich frei entscheiden, ob sie am Unterricht teilnehmen oder nicht, je nachdem, was sie tun wollen. Wir schicken den Eltern keine Berichte, es sei denn sie fragen danach – und auch dann nur mit Erlaubnis des Kindes.

Den Fachlehrern wird, was Lehrmethoden und Ziele angeht, ein hohes Maß an Unabhängigkeit in ihren Klassen gegeben. Die Schüler erwarten von den Lehrern aber, daß sie in der Lage sind, ihr Fach bis zum GCSE (landesweite englische Prüfung für 16jährige) zu unterrichten.

Während eines normalen Tages können sich die Kinder aussuchen, ob sie zum Unterricht gehen oder auch irgend etwas anderes machen. Es gibt Regeln, die einen davon abhalten, während des Tages zu schlafen, während der Unterrichtszeit fernzusehen, und vor 12.30 Uhr in die Stadt zu gehen.

Am Vormittag haben wir eine 20minütige Tee-Pause. Mittag gibt es in zwei Durchgängen, den ersten um 12.30 Uhr, den zweiten 13.15 Uhr. Nach dem Mittag ist Freizeit. Man kann Pool spielen im Wohnzimmer, im Café rumhängen, am Computer lernen, eine Hütte im Wald bauen, Spiele spielen, lesen, Tennis spielen sowie (draußen im Swimming Pool und deshalb nur im Sommer) schwimmen gehen.

Um 15.30 Uhr Ist Tee-Zeit – eine Tasse Tee und ein Sandwich oder Kekse. 16.30 Uhr fängt der Nachmittags-Unterricht an. Dies sind eher Aktivitäten als Unterricht – sie sind nicht auf eine Prüfung ausgerichtet. Die Themen reichen von französischer Konversation bis zum Bauen eines Zauns für die Schweine! Abendbrot gibt es um 17.30 Uhr und um 18.15 Uhr. Danach kann man so einige Dinge tun. An einigen Tagen kann das "gram" (Disko) sein, oder vielleicht wurde etwas vom "social committee" organisiert (Spiele). Am Dienstag Abend haben wir unser Tribunal, und am Freitag nachmittag unser Allgemeines Meeting. 21.30 Uhr wird der Abend-Snack, "Evening Breakfast" (Müsli), serviert. Die Bettzeiten reichen von 20.00 Uhr (Licht aus um 21.00 Uhr) für die kleinsten (oder "San"-) Kinder bis 23.30 Uhr (Licht kann anbleiben) für die ältesten ("Carriage"-) Kinder. Gewählte "Beddie Officers" stecken einen ins Bett.

31) Wieviel Personal seid Ihr?

Es gibt drei Vollzeit-Hauseltern, einen für die "San"-Kinder (6 – 10), einen für die "House"-Kinder (10 – 12) und einen für die "Shack"-Kinder (12 – 14). Im Moment gibt es 8 Vollzeitlehrer für Klasse 1 (6 – 10), Klasse 2 (10 – 12), Mathe, Naturwissenschaften, Englisch, Fremdsprachen, Geisteswissenschaften, Holzarbeiten und Kunst. Für Japanisch, Englisch als zusätzliche Sprache und Musik (Schlagzeug, Cello, Klavier, Gitarre) gibt es Teilzeitlehrer.

Das gesamte Vollzeitpersonal wohnt auf dem 5 ha großen Schulgelände – entweder in Einzelzimmern neben den Kindern, oder in Wohnwagen. Wenn die Hauseltern sich freinehmen, übernehmen Lehrer die Arbeit. Das Vollzeitpersonal trifft sich jede Woche, um Probleme, Neuigkeiten, Veränderungen, Finanzen usw. zu diskutieren. Es gibt auch ein wöchentliches Treffen der Lehrer, welches die Lernbedürfnisse der Schüler sowie Verwaltungssachen diskutiert.

Zur Zeit umfaßt das Personal eine Reihe hochqualifizierter Leute mit Universitätszeugnissen und -erfahrungen, die von Masters (Chemie und Psychologie), Post-Graduate-Certificates in Pädagogik, Universitätsabschlüssen (Englisch, Frauen-Studien, Zoologie, Classics, Pädagogik) bis zu Erfahrungen im Unterrichten an staatlichen Grundschulen und an Höheren Schulen, Managen von summer schools, Öffentlichkeits- und Verwaltungsarbeit reichen. Einige der Angestellten studieren auch weiterhin (per Fernstudium) und gehen von Summerhill zurück an die Uni, um Sozialarbeit, berufliche Therapie oder Pädagogik zu studieren. Alle Angestellten erhalten den gleichen Lohn; es gibt nur Spezialisierung, aber keine Hierarchie.

Wir haben auch ein Team von "Tages"-Personal, das aus Lehrern, Reinigungspersonal und Köchen besteht.

32) Welche Fächer bietet Ihr an?

Zur Zeit werden folgende Fächer angeboten:

Es gibt einen Swimmingpool, ein gut ausgestattetes Computer-Arbeitszimmer, einen Bereich für Sportspiele, Dunkelkammer, Tierbereich, Skateboard-Rampe, Tennisplatz, Bühne, Musikraum.

33) Wie melde ich mein Kind an der Schule an?

Wir nehmen Kinder zu allen drei Terms des Jahres an. Du mußt an das Büro der Schule (Adresse siehe unten) schreiben, um Einzelheiten über Schulgeld usw. zu erhalten. Der nächste Schritt ist ein Besuch, am besten mit Deinem Kind.

34) Ich kann mir das Schulgeld nicht leisten. Gibt es irgendwelche Fonds, die einem helfen?

Leider hat die Schule keinen Stipendienfonds, um Dich beim Schulgeld zu unterstützen. Wir erhalten keine finanzielle Hilfe von außerhalb der Schule und sind ganz auf Schulgeld angewiesen, welches eines der niedrigsten im ganzen Land ist. In seltenen Fällen kannst Du Hilfe von Deiner örtlichen Schulbehörde bekommen, aber gewöhnlich nur, wenn Dein Kind Probleme in der Schule hat, von denen die Behörde glaubt, daß sie durch eine Summerhill-Bildung besser werden. Wie Du dir vorstellen kannst, sind nicht viele örtliche Behörden in ihrem Denken offen genug dafür!

35) Wie hat sich die Schule seit Neills Tod geändert?

Die Philosophie der Schule hat sich überhaupt nicht geändert. Obwohl sich viele äußere Umstände geändert haben, ist es angenehm zu sehen, wie die Atmosphäre und die allgemeine Stimmung des Ortes über die Jahre gleich geblieben sind. Da es eine lebende Gemeinschaft ist, gibt es ständig kleinere Änderungen.

Praktisch alles, was in der Gemeinschaft passiert, wurde früher schon einmal getan oder ausprobiert!

36) Neill gab einigen Schülern immer Therapie-Stunden, die als PLs bekannt waren. Bietet Ihr immernoch "private lessons" an?

Vor langem fand Neill heraus, daß die Kinder, die nicht zu ihm zur Therapie kamen, genauso geheilt wurden. Daraus zog er die Schlußfolgerung, daß es nicht die PLs, sondern die Erfahrungen an Summerhill waren, die die Leute heilten – also gab er die PLs auf. Wir haben jetzt keine offiziellen PLs an Summerhill.

37) Gibt es andere Schulen, die wie Summerhill sind?

Es gibt viele Schulen auf der ganzen Welt. Fast alle sind Tagesschulen.

Einer von Summerhills ältesten Gefährten, "Kilquhanity House" in Schottland, wurde leider voriges Jahr infolge von Untersuchungen der Regierungsinspektoren geschlossen. In Großbritannien bleibt damit nur noch die "Sands School" in Devon. In den USA gibt es eine breite Bewegung demokratischer Schulen; die größte Schule ist "Sudbury Valley", die über 100 Schüler hat und 26 Jahre alt ist [In Wirklichkeit waren es 1998 etwa 200 Schüler und 30 Jahre]. Die Bewegung demokratischer Schulen blüht weltweit. In Israel gibt es die "Hadera School", die in der Tat vom Staat finanziert wird. Sie hat über 200 Schüler. Australien, Neuseeland, Japan und Thailand haben auch freie Schulen. Jerry Mintz in New York ist eine Fundgrube für Informationen über fortschrittliche Schulen. Seine E-mail-Adresse lautet JerryAERO@aol.com.

Ein sehr gutes Buch über verschiedene "freie" Schulen wurde gerade von Libertarian Education veröffentlicht: "Real Education" von David Gribble, £8.95.

38) Ich habe einen Film namens "Summerhill mit 70" gesehen. Er war voller Gewalt und Wut. Ist die Schule so?

Der "Summerhill mit 70"-Film war vollkommener Betrug! Wir erlaubten ein paar Filmleuten aus den USA, in der Schule zu bleiben und eine Dokumentation bis ins kleinste Detail zu machen.

Ich muß sagen, daß dies das schlimmste Term war, das ich je an der Schule erlebt habe. Wir hatten einen neuen Mitarbeiter mit seinen drei Kindern, die sich als eine Höllen-Familie erwiesen! Es gab auch sehr viele neue Kinder an der Schule in diesem Term, viele von ihnen emotional verletzt, und wir hatten bereits einige ziemlich schwierige Kinder an der Schule.

Wenn man eine Film-Crew zu Gast haben müßte, die einen bei jeder Bewegung beobachtet, dann war dies nicht das Term, in dem man sie haben wollte!

Einer unserer Schüler, Akira, ein japanischer Junge, der zwei Wochen nach Beginn des Terms noch nicht zu uns zurückgekommen war, starb plötzlich an einem Asthmaanfall. Die ganze Gemeinschaft war in die tiefste Verzweiflung gestürzt. Akira war 6 Jahre bei uns und war Teil unserer Familie. Sein Tod hing das ganze Term lang wie eine schwarze Wolke über der Schule.

Anstatt sich darauf zu konzentrieren, wie die Gemeinschaft ihre Probleme löste, und die positiven Schritte, die sie tat, zu filmen, konzentrierten sich die Filmemacher auf die Probleme an sich, die im Film so erschienen, als wären sie nie gelöst worden. Sie konzentierten sich auf die kleine, wütende Gruppe, die ihre ganze Zeit mit Zanken und Kämpfen verbrachte. Die Tatsache aber, daß der Rest der Gemeinschaft sie für armselig hielt, wurde nie zur Kenntnis genommen. Ob das die Schuld der Filmleute war, oder ob die Filmgesellschaft (Cutting Edge für Channel-4) einfach nur Blut sehen und Krach hören wollte, sollten wir niemals erfahren. Aber jeder, der mit Medien zu tun hat, weiß, wie einfach es ist, unausgewogene Bilder zu zeigen – und wie leichtgläubig die allgemeine Öffentlichkeit sein kann. Bis heute bedaure ich die Entscheidung, sie bei uns drehen zu lassen.

Die Tragödie ist, daß dieser Film vollkommen untergraben hat, worum es bei fortschrittlichen Schulen geht. Überraschenderweise scheint es Summerhill nicht sehr geschadet zu haben – aber es gießt Öl ins Feuer derer, die uns ablehnen.

Es war eine schreckliche Erfahrung für uns – für unsere Familie war es so etwas wie ein Verlust. Wir bekamen Briefe und Telefonanrufe, in denen man uns drohte, uns umzubringen, die Schule in Brand zu stecken, solche Sachen. Erwachsene im Ort bedrohten unseren Sohn Henry mit Schlägen.

Ich glaube nicht, daß die Filmemacher jemals all das erfahren haben, aber ich wünschte, sie hätten es – es hat uns sehr weh getan. Wir haben keine einzige Kopie des Films in Summerhill aufgehoben – wir wurden von Leuten reingelegt, von denen wir dachten, daß sie unsere Freunde wären.

39) Selbstregierung und Demokratie.

Wir sind eine sich selbst regierende Gemeinschaft, was bedeutet, daß alle Entscheidungen, die unser tägliches Leben an der Schule betreffen, von der ganzen Gruppe getroffen werden. Ein wichtiger Aspekt davon ist, daß die Geschäftsangelegenheiten, die Einstellung und Entlassung des Personals, die Aufnahme von Schülern usw. nicht die Verantwortlichkeit der Kinder ist. Sie werden nicht aufgefordert, Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die für sie ungeeignet oder schwierig sein könnten. Kinder haben eine Menge Interesse daran, wann sie am Abend ins Bett gehen, aber sehr wenig daran, wer die Stromrechnung bezahlt.

Der Entscheidungsfindungsprozeß an unserer Schule ist demokratisch. Jeder Erwachsene und jedes Kind hat eine gleichwertige Stimme. So hat das jüngste Kind das gleiche Stimmrecht wie die Direktorin. Die Kinder haben nicht nur die gleiche Macht in den School Meetings; sie übertreffen die Erwachsenen zahlenmäßig bei weitem. Die Reaktion der meisten Lehrer darauf ist von Angst geprägt. Stell dir vor, was in einer konventionellen Schule passieren würde, wenn bei einer Abstimmung alle Schüler die Lehrer übertreffen würden. Totale Anarchie? Verlust aller moralischen Regeln? Schon möglich – in Summerhill aber sind die meisten Schüler, aufgrund der Freiheit, die sie haben, schon gesellschaftlich verantwortlich und daran gewöhnt, statt an ihre eigenen an die Bedürfnisse der Gruppe zu denken. Das heißt nicht, daß wir nie Streits oder Meinungsverschiedenheiten haben – eine der wichtigsten Sachen, die wir hier gelernt haben, ist, daß die Bedürfnisse von Kindern und Erwachsenen in der Tat sehr unterschiedlich sein können. Was wichtig ist, ist, daß wir diese Unterschiede anerkennen und versuchen, für jedes Problem eine für beide Seiten zustimmungsfähige Lösung zu finden, anstatt daß die Erwachsenen die Regeln einfach so machen, wie es ihnen paßt.

Ein typischer Fall fürs Meeting ist vielleicht dieser, den wir vor einiger Zeit hatten. Die älteren Kinder in der Schule wollten keine Bettzeiten haben und schlugen vor, daß sie so lange aufbleiben könnten, wie sie es wollen, vorausgesetzt, daß sie sich an die Nachtruhe halten, die um 22.30 Uhr beginnt. Es gab eine lange Diskussion darüber, da viele etwas zu dem Thema zu sagen hatten. Einige waren über möglichen Lärm besorgt, andere über den Mangel an Schlaf. Schließlich wurde abgestimmt und beschlossen, daß sie es eine Woche probieren sollten, um zu sehen, ob es klappt. Nach einigen Tagen gab es ein Spezial-Meeting, weil jemand mehrmals durch Lärm in der Nacht aufgewacht war. Die Gemeinschaft beschloß, daß die älteren Kinder ihre Chance vertan hatten und ihre Zubettgehzeiten zurückhaben sollten.

Gewöhnlich kann sich das Meeting darauf verlassen, daß vernünftige Entscheidungen getroffen und Ungerechtigkeiten schnell korrigiert werden.

Hin und wieder bekommen wir rebellische Kinder, die alle Schulregeln brechen wollen und gegen die Gemeinschaft handeln, wo immer sie können. Manchmal kann solch ein Kind genügend Unterstützung zusammenbringen, um einige Schulregeln aufzuheben oder zu ändern. Offensichtlich kann das etwas störend sein, aber es ist eine gute Lernerfahrung und wird immer schnell in Ordnung gebracht. Welchen besseren Weg gibt es, zu lernen, ein gesetzestreuer Bürger zu sein, als zu versuchen, ohne Gesetze zu leben?

Wir glauben an Freiheit, nicht an Lizenz. Das heißt, daß man tun kann, was man möchte – aber nicht die Freiheit anderer einschränken darf. Man kann zum Unterricht gehen oder wegbleiben, weil das die eigene Angelegenheit des einzelnen ist, aber man darf nicht morgens um 4 Schlagzeug spielen, weil es andere Leute vom Schlafen abhalten würde. Innerhalb dieser Struktur haben wir wahrscheinlich mehr Regeln als irgend eine Schule im Land – etwa 230 bei der letzten Zählung! Sie reichen von der Zeit, wann man abends im Bett sein muß, bis, wo man Bogenschießen darf. Viele Gesetze sind saisonbedingt und werden verändert oder abgeschafft, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Andere halten jahrelang.

Hier ist eine zufällige Auswahl von ihnen:

Zweimal in der Woche halten wir Schul-Meetings ab. Eines am Dienstagabend und eines am Freitagnachmittag. Das Dienstags-Treffen wird Tribunal genannt und dazu genutzt, Beschwerden gegen andere vorzubringen. Wenn ich also ohne Erlaubnis dein Fahrrad benutzt habe oder deine Kiste aufgebrochen habe, um dein Geld zu klauen, wirst du mich vors Tribunal bringen. Das Allgemeine Meeting ist für Diskussionen und Änderungen von Regeln da – und auch für die Anfechtung von Urteilen.

Vorsitzender beim Meeting zu sein, ist eine schwierige Aufgabe. Auch wenn sich eigentlich niemand störend verhält, ist es schwierig, bis zu 70 Leute aus verschiedenen Altersstufen eine Stunde am Stück ruhig sitzend zu halten. Der Vorsitzende hat letzten Endes die Macht!

Wenn man Lärm macht, kann man mit Geldbuße belegt werden, umgesetzt werden, oder alle zusammen werden rausgeworfen. Es ist eine seltsam formale Angelegenheit, und Besucher haben oft festgestellt, wieviel ordentlicher als im House of Commons (brit. Unterhaus) es zugeht.

Gelegentlich bringen Lehrer Kinder vors Tribunal, weil sie den Unterricht stören. In solch einem Fall wurde vor kurzem beschlossen, daß der Schuldige für drei Tage vom Unterricht ausgeschlossen werden sollte – aber das Kind legte dagegen Beschwerde ein, weil dies zu streng sei!

Natürlich kann auch das Personal vors Tribunal gebracht werden. Für einen Erwachsenen, der im konventionellen System unterrichtet hat, ist es eine sehr ausgleichende Erfahrung, vor die ganze Gemeinschaft gestellt zu werden; aber es ist eine wertvolle Erfahrung – eine, von der vielleicht Lehrer überall profitieren könnten!

Ich hoffe, daß diese Liste von Fragen nützlich für Dich gewesen ist. Wenn Du weitere hast, läßt Du sie uns vielleicht wissen, und wir fügen sie zur nächsten Ausgabe hinzu.

Juli 1998

Zoë Readhead
Summerhill School
Leiston
Suffolk, UK
IP16 4HY

Tel/Fax: 01728 830540
Home phone: 01728 830030
E-mail: zoe_readhead@compuserve.com
http://www.s-hill.demon.co.uk


Ein paar Mythen und Realitäten

übersetzt von Martin Wilke

MYTHOS Nr. 1: "Summerhill ist eine kleine Privatschule ohne Bedeutung."

REALITÄT: Summerhill ist weltberühmt. A.S. Neill, der Gründer der Schule, schrieb 18 Bücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden. Auch heute noch wird die Schule von Schülern und Erziehern aus der ganzen Welt besucht. A.S. Neill wurden für seine unschätzbaren Beiträge zur Bildung akademische Ehrengrade von den Universtitäten von Exeter, Essex und Newcastle verliehen. Summerhill ist eine Privatschule, weil keine Regierung ihr finanzielle Förderung angeboten hat! Dennoch gibt es in anderen Ländern demokratische, auf Summerhill aufbauende Schulen, die eine staatliche Finanzierung erhalten.

MYTHOS Nr. 2: "Summerhill ist ein Ort ohne Regeln, an dem die Schüler Amok laufen."

REALITÄT: Entgegen manch öffentlicher Meinung herrscht keine "Herr der Fliegen"-Atmosphäre. Die Schule hat 230 Gesetze, die von Schülern und Personal geschaffen wurden und jede Woche beim Allgemeinen Meeting überprüft werden – einem offenen und demokratischen Forum, an dem die ganze Schule teilnimmt und in dem jede Person eine (Wahl-)Stimme hat.

MYTHOS Nr. 3: "Summerhill ist eine Schule, an der 'man machen kann, was man will.'"

REALITÄT: Die individuelle Freiheit an Summerhill wird durch den Unterschied zwischen "Freiheit" und "Lizenz" definiert. Das setzt voraus, daß die eigene Freiheit nicht die Freiheit eines anderen einschränken darf. Zum Beispiel: Man darf anziehen, was man will, an jenem Unterricht teilnehmen, den man mag, und sagen, was man will – aber man darf während der Nachruhe keine laute Musik machen oder ohne Erlaubnis das Fahrrad eines anderen benutzen.

MYTHOS Nr. 4: "Summerhill bietet keine ausreichende Bildung."

REALITÄT: Fast alle Schüler machen GCSEs (fachbezogene Schulabschlüsse), manche bereits mit 13 Jahren. 1998 haben 67 % unserer Schulabgänger fünf oder mehr GCSEs mit den Zensuren A bis C erhalten, was über dem landesweiten Durchschnitt liegt. Zusätzlich gehen die meisten Summerhill-Schüler später auf weiterführende Colleges.

MYTHOS Nr. 5: "Summerhill-Schüler können in der 'wirklichen' Welt nicht überleben."

REALITÄT: Ehemalige Summerhill-Schüler erfreuen sich verschiedener Karrieren, darunter: Ärzte, Architekten, Chirurgen, Computerprogrammierer, Filmemacher, Fotografen, Gärtner, Gastwirte, Geschäftsleute, Journalisten, Köche, Künstler, Landwirte, Lehrer, Musiker, Naturwissenschaftler, Pfleger für Behinderte, Rechtsanwälte, Schauspieler, Schriftsteller, Soundtechniker, Tischler, Universitätsprofessoren, Zeichner ...

MYTHOS Nr. 6: "Nacktbaden ist eine außerlehrplanmäßige Schul-Aktivität an Summerhill."

REALITÄT: Die Schule zwingt niemanden zum Nacktbaden oder zu irgend etwas anderem. Es gibt kein organisiertes Nacktschwimmen an Summerhill. Die Mitglieder der Gemeinschaft haben als Angelegenheit der persönlichen Entscheidung die individuelle Freiheit, Badesachen anzuziehen oder auch nicht. Zur Zeit trägt wirklich fast jeder Badesachen.

MYTHOS Nr. 7: "Summerhill-Kinder benutzen üble Worte"

REALITÄT: Die große Mehrheit unserer Besucher verläßt die Schule beeindruckt von der Höflichkeit, Freundlichkeit und Reife unserer Schüler.

MYTHOS Nr. 8: "Summerhill ist eine Schule nur für Aussteiger, die die gewöhnliche Beschulung nicht verkraften."

REALITÄT: Summerhill hat eine große Spannweite von Kindern mit unterschiedlichen Hintergründen aus vielen verschiedenen Ländern. Summerhill ist vor allem eine glückliche Schule, die Vertrauen in Individuen aufbaut, besonders in solche, die in anderen Schulen in mancher Hinsicht verletzt wurden, bevor sie nach Summerhill kamen.

MYTHOS Nr. 9: "Die Regierung droht Summerhill nicht mit Schließung und 'fällt kein Urteil über ihre einzigartige Philosophie.'"

REALITÄT: In dem Beschwerdebescheid, der der Schule gerade zugesendet wurde, steht jedenfalls: "Die Schule muß dafür Sorge tragen, daß alle Schüler, entweder im Rahmen planmäßigen Unterrichts oder im Rahmen vorgeschriebener, sich selbst tragender Studienprogramme, regelmäßig mit Lernen beschäftigt sind, und daß sie nach einem hinreichend breiten und ausgewogenen Lehrplan lernen, der auf die Leistungsstandards im Niveau der nationalen Erwartungen ausgerichtet ist". Die Philosophie der Summerhill School basiert auf Demokratie und Gleichberechtigung für die ganze Gemeinschaft. In Bezug auf diesen Prozeß sind alle Mitglieder der Gemeinschaft, Erwachsene und Kinder, unabhängig vom Alter gleich. Innerhalb einer solchen Demokratie ist es nicht möglich, daß die eine Gruppe von Menschen auf die andere Zwang ausübt. Dies zu tun, würde den ganzen demokratischen Prozeß an Summerhill ernsthaft untergraben. Die individuelle Freiheit der Schüler an Summerhill ist ein fundamentaler Teil des Charakters der Schule. Die Schule ist nicht in der Lage, diese Änderungen zu vollziehen und gleichzeitig diese einzigartige Philosophie beizubehalten. Die Regierung droht der Schule mit Schließung, und ihre Forderungen im Beschwerdebescheid zeigen, daß sie die Philosophie der Schule entweder überhaupt nicht verstanden hat oder sie einfach geringschätzt.

MYTHOS Nr. 10: "Es gibt in der Schule ernsthafte Gesundheits- und Sicherheitsprobleme."

REALITÄT: Die Summerhill-Schüler fühlen sich an der Schule sicher. Es hat nie einen ernsthaften Unfall an der Schule gegeben. Das Suffolk Social Services Standards Office, das die Schule jedes Jahr besucht, hat in seinen Berichten angegeben, daß es "keine dem Minister zu meldenden Probleme des Allgemeinwohls" gibt.

Ein paar weitere beachtenswerte Fakten: